"Das Geheimnis des Tells"

Eine archäologische Reise in den Orient" ist ein Archäologiebuch für Kinder. Es erzählt von den beiden Kölner Geschwistern Katia (10) und Aaron (12) und ihrer aufregenden Reise nach Israel. Ihre Mutter ist nämlich in Jerusalem geboren, und sie besuchen dort ihre Großeltern. Im Land kommen sie nicht nur mit dem heutigen Israel und seiner Problematik in Berührung. Mit ihrem Großvater, einem pensionierten Archäologen, der sie mit auf "seinen" Tell nimmt, tauchen sie ein in die jahrtausende alte Geschichte des Orients. Dort liegen Städte verschiedener Epochen in mehreren Schichten übereinander ("Das größte Spaghetti-Eis der Welt"), und so werden die beiden Zeugen davon, wie Menschen vor mehreren tausend Jahren gelebt haben.

Da gibt es alte Mauern zu sehen, die durch die Erzählungen und Erklärungen der Archäologen in den Köpfen der Kinder zu riesigen Bauwerken werden. Da gibt es einen Tempel, einen Palast, Vorratshäuser, Handwerksstätten, Wohnhäuser - eben eine ganze Stadt mit Stadtmauer. Überall liegen "olle Scherben", die tausende Jahre alt sind, herum. Katia und Aaron hören von Krieg und Zerstörung und erfahren, warum ein Tell so viele verschiedene Schichten aufweist.

Und wie die Menschen damals gelebt haben! Die Vorstellung davon erscheint den jungen Kölnern teils bemitleidens-, teils beneidenswert. So erfahren sie von dem meist sehr einfachen Leben der Menschen, von Sklavenbesitz. Sie hören, dass die meisten Kinder nicht zur Schule gingen ("Schöner leben ohne Schule") und was sie stattdessen taten, welche Spielsachen sie hatten usw. Die junge Archäologin Lina zeigt ihnen, wie die Leute damals geschrieben haben und auf welchem Material. Auch erfahren sie von Göttern, deren Namen sie noch nie gehört haben. Und sie sind erstaunt, dass die Menschen damals größtenteils viele verschiedene Götter angebetet haben. Nur in Jerusalem wurde, so erfahren die beiden, der eine Gott, von dem sie im Alten Testament schon gelesen haben, verehrt. Katia und Aaron erleben eine Welt mit ganz anderen Sitten und Bräuchen als sie sie kennen.

Dabei lernen Katia und Aaron natürlich auch die Arbeitsweise der Archäologen auf dem Tell kennen. Lina, führt die beiden über den Grabungshügel, klärt sie über Ausgrabungstechniken auf, lehrt die beiden, wie man sich auf einem Tell zu verhalten hat. Die beiden Kinder erfahren, welche Aufgabe ein Osteologe hat, warum ein Geophysiker unverzichtbar ist und wie Mineralogen und Chemiker mit den Archäologen zusammenarbeiten. Und dann bekommen sie sogar hautnah mit, wie auf dem Tell ein Schatz entdeckt wird! Ausgraben, so merken sie, ist echte, spannende Detektivarbeit!

Aufregend ist für die beiden Geschwister auch das Essen und das Lagerfeuer abends mit dem Ausgrabungsteam und dann die Nacht auf dem Dach des Grabungshauses unter einem herrlichen Sternenzelt ("Das Hotel der tausend Sterne")!

So wird die Reise zu den Großeltern in Jerusalem für Katia und Aaron zu einem aufregenden Abenteuer.

Das außergewöhnliche Buch (Höhe 26 cm; Breite der Doppelseite 60 cm) zu einem brisanten Thema verfasste ein ungewöhnliches Team: 30 Schüler und Schülerinnen des Theodor-Fliedner-Gymnasiums aus Düsseldorf haben sein Entstehen von Anfang an begleitet und ihm den nötigen Pfiff verliehen. Die Idee und der Text stammen von Dieter Vieweger (Professor für Archäologie und Theologie) und Claudia Voigt (Lehramtsstudentin); die Illustrationen von Friederike Rave (Kommunikationsdesignerin).

"Das Geheimnis des Tells" ist vor allem für Kinder zwischen 9-12 geschrieben, bietet aber selbst für Erwachsene interessanten Lesestoff. Das Buch mit seinen vielen bunten Illustrationen bringt jungen und älteren Lesern die Archäologie auf sehr anschauliche Weise nahe.

Die Autoren verstehen es, durch die lebendige Sprache die Welt des Orients erfahrbar werden zu lassen. Komplizierte Zusammenhänge und fremde Begriffe werden in einfacher Sprache erklärt.

Da es die Welt des Alten Testamentes ist, die Katia und Aaron auf ihrer Reise erleben, bietet sich "das Geheimnis des Tells" für eine Verwendung in Kindergottesdienst, Konfirmandenunterricht, Kinderbibelwochen o.ä. an. Durch die Kapiteleinteilung lässt sich beispielsweise leicht eine Fortsetzungsgeschichte erarbeiten, die durch Vergrößerung der im Buch vorkommenden Bilder illustriert werden könnte. Eine solche Fortsetzungsgeschichte bietet sich z.B. für den Kindergottesdienst oder Freizeiten an.

Im Buch selber befindet sich ein heraustrennbares Brettspiel, das sog. "Scherbenspiel". Dieses lässt sich neben dem privaten Gebrauch, so wie es ist, auch für Kinderfreizeiten verwenden, es mag aber auch Kreative geben, die es zu einem Geländespiel, einer Rallye, einem Spieleparcour o.ä.. ausarbeiten möchten! Insgesamt bietet dieses Archäologiebuch für Kinder großes Umsetzungspotential für Ideen vieler Art, um Kindern die Archäologie und die Welt des Alten Testamentes nahe zu bringen.

Wer mehr zum Buch und seinen Hintergründen wissen will, dem sei die Internetseite www.das-geheimnis-des-tells.de empfohlen